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Magazin 05.02.2026

Städtetag aktuell 1|2026

Schwerpunkt dieser Ausgabe: Kommunalfinanzen

Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in diesem Jahr und in den kommenden Jahren werden bei den Kommunen mehr als 30 Milliarden Euro an neuen jährlichen Defiziten anfallen. Diese Defizite haben die Kommunen nicht selbst verschuldet, sie können sie auch nicht selbst abbauen. Der wesentliche Grund sind steigende Sozialkosten und Aufgaben, die Bund und Länder uns zuweisen, aber nicht ausreichend ausfinanzieren. Das ist das, was wir wie ein Mantra seit Monaten wiederholen. Nicht, weil wir uns in der Rolle des Mahners gefallen. Sondern weil die Situation wirklich gefährlich ist: gefährlich für Deutschland und unser Miteinander insgesamt. Menschen erleben den Staat in der Regel vor Ort in den Kommunen und beurteilen danach, wie handlungsfähig dieser ist. Diese Handlungsfähigkeit ist in Gefahr.

Geld ist kein Selbstzweck in der Politik. Das wissen alle, die kommunalpolitisch Verantwortung tragen. Mit ihren Haushaltsmitteln gestalten die Städte konkret das Lebensumfeld der Menschen vor Ort. Es ist deshalb auch kein Selbstzweck, dass Kommunalfinanzen inzwischen das alles bestimmende Thema in unseren politischen Debatten ist.

Wir wollen gern über Zukunftsfragen sprechen, über Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Und das tun wir auch: Mitte Januar sind Stadtspitzen aus ganz Deutschland zu den Sitzungen von Präsidium und Hauptausschuss des Deutschen Städtetages in Dresden zusammengekommen. Wir haben Konzepte für einen modernen ÖPNV diskutiert. Wir haben besprochen, was es braucht, um Kulturbauten in den Städten zu schützen und unsere Theater zukunftsfest zu machen. Wir haben klare Forderungen zum besseren Schutz unserer kritischen Infrastruktur aufgestellt und diskutiert, wie Städte mit sinnvollem Einsatz von KI zu "Smart Cities" werden können. Und wir haben besprochen, wie wir die Energiewende stemmen können. Wir sind die Expertinnen und Experten vor Ort, wir haben Konzepte für die Zukunft. Aber kaum etwas davon werden wir umsetzen können, wenn uns finanziell jeder Spielraum fehlt.

Deswegen sagen wir: 2026 muss das Jahr der finanziellen Entlastung der Kommunen werden.

Und deshalb wirft diese Ausgabe von "Städtetag aktuell" zum Beginn des Jahres mit ihrem Themenschwerpunkt einen Blick auf die größte kommunale Finanzkrise, die es in der Bundesrepublik je gab. Wir beleuchten alles, was uns auf dem Weg hin zu wieder auskömmlichen und guten Kommunalfinanzen hilft: Wir schauen auf die Ursachen – von den stetig steigenden Sozialausgaben bis zu politischen Prozessen auf Bundes- und Landesebene. Wir lassen Stimmen aus den Mitgliedsstädten zu Wort kommen, die schildern, was die Finanzkrise konkret vor Ort bedeutet. Wir nehmen das Sondervermögen für Infrastruktur in den Fokus: Hilft es den Kommunen – und wenn ja, wie? Und nicht zuletzt formulieren wir klar, was sich ändern muss.

Diese Ausgabe von "Städtetag aktuell" steht damit für das, was unser Engagement als Städtetag in diesem Jahr ausmachen wird: Nicht müde zu werden, auf allen Ebenen für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen zu kämpfen und dafür die richtigen Ansätze zu liefern. Anlässe dafür gibt es viele: Die Sozialstaatskommission hat ihren Bericht gerade veröffentlicht – die Diskussion um eine Reform unserer Sozialsysteme wird weitergehen. Und auch die Gespräche zum angekündigten Zukunftspakt von Bund, Ländern und Kommunen werden in diesem Jahr starten. Dieser Pakt muss mehr werden als ein rein programmatisches Bekenntnis. Er muss zu messbaren strukturellen Verbesserungen führen. Dafür werden wir uns einsetzen.

Mehr zum Thema

Informationen rund um den Schwerpunkt gibt es auf der Themenseite www.staedtetag.de/kommunalfinanzen

Schwerpunkt Kommunalfinanzen

  • Illustration einer Sparkasse dahinter Spielkarten mit den Begriffenen Kredite, Inflation, Altschulden

    Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei

    von Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages

  • Portraitbild von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, Stadt Potsdam

    "Kommunen dürfen nicht dauerhaft am Limit arbeiten"

    Drei Fragen an … Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel

  • Portraitbild von Oberbürgmeister Frank Meyer, Stadt Krefeld

    "Das Finanzsystem muss von Grund auf repariert werden"

    Drei Fragen an … Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer

  • Illustration eines Bauwagens, auf dem ein Mitarbeiter des Straßenbauamtes, Fahrbahnschäden mit einer Investitionsspritze kittet

    Hinter kommunalen Finanzkrisen steckt ein Muster

    von Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages

  • Blick auf die Skyline der Stadt Frankfurt am Main

    Gestalten in der Krise – Kommunen im Konsolidierungsdruck

    von Bastian Bergerhoff, Stadtkämmerer Frankfurt am Main

  • Unterführung am Hauptbahnhof Essen mit dem Schriftzug "Essen - mitten in Europa"

    Die Städte stehen vor dem finanziellen Kollaps

    von Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen

  • Verhängnisvoller Trend: Die kommunalen Sozialausgaben steigen immer schneller

    von Stefan Hahn, Beigeordneter des Deutschen Städtetages

  • Bild einer Stadt, die in einen auskömmlich finanzierten Teil und in einen nicht auskömmlich finanzierten Teil getrennt ist (KI-generiert)

    Titelfoto: Was wäre, wenn ...

    … eine KI das Foto einer deutschen Stadt generiert, die seit Jahrzehnten verlässlich und auskömmlich von Bund und Land finanziert wird.

Illustration von Jakob Hinrichs

Das Kartenhaus der Kommunalfinanzen

Außerdem im Heft

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