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11.02.2008

"19 Freiheiten": Jugendliche und Kunststudenten "lehren" das Grundgesetz in Neukölln

Der Neuköllner (Kultur-) Beitrag zum "Jahr des Interkulturellen Dialogs"

Das Neuköllner Kulturamt in Berlin leistet derzeit einen aus Sicht der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städtetages bemerkenswerten Beitrag zum "Jahr des interkulturellen Dialogs". Das Nähere ist dem uns zugeleiteten nachstehenden Text zu entnehmen, der über Hintergründe aufklärt. Wir hoffen, dass diese Idee Ihr Interesse findet.

"Wir möchten Sie auf ein ungewöhnliches neues Projekt im Rahmen unserer Konzeption von Jugend-Kultur-Bildungsarbeit aufmerksam machen: "19 Freiheiten"  Jugendliche und Kunststudenten "lehren" das Grundgesetz in Neukölln

Zu einem Gesellschaftsentwurf, der auf dem Konzept der Vielfalt basiert, gehört zugleich ein Grundkonsens, der das friedliche Leben in Vielfalt möglich macht. Ein solches Angebot für einen Grundkonsens für das gemeinsame Leben in Deutschland, an dem es bisweilen erheblich mangelt, stellt das Grundgesetz dar.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar ...", "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit ...", "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Frauen und Männer sind gleichberechtigt ...", "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich." So beginnen die ersten vier Artikel des Grundgesetzes, deren insgesamt 19 "Freiheiten" wohl außer Staatsrechtler kein Bürger unseres Landes vollständig zitieren kann.

"Was geht uns das Grundgesetz an?" war die erste Reaktion Neuköllner Jugendlicher. "Gilt das denn für uns auch?" ist die erstaunte Frage, wenn sie etwas von den Inhalten erfahren. Dass die Kenntnis von Rechten und Freiheiten sehr wohl etwas mit ihrer Realität zu tun hat, können sie jetzt auf ungewöhnliche Weise erfahren - in den Schule bleibt dazu meist keine Zeit, gestanden uns viele Lehrer.

In einem leerstehenden Gewerbekomplex in der Karl-Marx-Straße 204 wurden temporäre Jugendaktionsräume eröffnet, in denen Kunstobjekte (Fotos, Bilder, Videos) und Aktionen von Student/innen der Universität der Künste zu sehen sind. Sie geben den Input für die Auseinandersetzung mit den 19 Grundrechtsartikeln der Bundesrepublik.

Essential des Projekts: Nicht Profi-Jugendbildner agieren als Lehrende, sondern Neuköllner Jugendliche und Künstler. Zur Vorbereitung des Projekts haben elf junge Leute mit Migrationshintergrund zusammen mit elf Künstler/innen eine speziell zusammengestellte Fortbildungsreihe zu Themen wie Grundrechte, Verfassungen anderer Staaten und soziale Problemstellungen besucht. Je ein Heranwachsender und ein Künstler bilden nunmehr ein Leitungsgespann für die Schülerworkshops, deren Form und Inhalt sie selbst entwerfen - ein risikoreicher, spannender Prozess, bei dem auch mal was schiefgehen kann. Die Jugendlichen sind aufgrund ihrer Herkunft allesamt mehrlingual aufgewachsen und befinden sich in einer Phase der beruflichen Orientierung. Sie bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur mit, ihr eingeschlagener Bildungsweg ist aufgrund ihrer sozialen Herkunft nicht geradlinig verlaufen. Die Künstler kommen aus Deutschland, Griechenland, Argentinien, Israel, der Mongolei, England und Kolumbien und sind Maler, Architekten, Filmemacher, Kunstpädagogen oder Fotografen. Sie befinden sich allesamt im Masterstudiengang "Kunst im Kontext" der Universität der Künste (UdK, Berlin).

Die Nähe der "lehrenden" Jugendlichen zu ihrer Zielgruppe und die künstlerischen Möglichkeiten der Studenten der Universität der Künste, Berlin, andere als rein kognitive Annäherungen an die Inhalte zu ermöglichen, ist der ungewöhnliche, besondere Ansatz des Projekts. Die jugendlichen Workshopleiter/innen übernehmen die Mittlerfunktion zwischen ihren oftmals nur um wenige Jahre jüngeren Altersgenossen, dem Künstler und dem Projekt. Durch ihre Vorbildfunktion sollen autoritäre Beschränkungen vermieden und ein gegenseitiges Verstehen und Respektieren zwischen den Teilnehmern des Workshops ermöglicht werden. In abgewandelter Form beruht dieses Projekt auf der Idee der Peer Group: Jugendliche und junge Erwachsene übernehmen die Regie vor Ort, da die inhaltliche Auseinandersetzung mit quasi-Gleichaltrigen häufig effektiver und konfliktfreier gestaltet werden kann als mit Lehrern oder anderen Autoritätspersonen. Zugleich wachsen sie in neue Verantwortungsfunktionen hinein - und dafür braucht unsere bundesdeutsche Gesellschaft ganz dringend junge Menschen mit Migrationshintergrund.

Ein interkulturelles Projekt von Kulturnetzwerk e.V. und Kulturamt Neukölln. Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des BMFSFJ aus dem Programm "Vielfalt tut gut".

Mehr Infos und Bilder: www.19freiheiten.de

Schwerpunkte

  • Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern Mehr
  • Kommunale Finanzlage und föderale Finanzbeziehungen Mehr
  • Verkehrsinfrastruktur und Luftreinhaltung Mehr

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