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08.11.2016

Ausgewogen, dezentral, vernetzt - und das alles ziemlich schnell: Unterbringung als erster Schritt zur Integration

Augsburg

Als die Stadt Augsburg im Dezember 2014 von der Regierung von Schwaben aufgefordert wurde, selber dezentrale Unterkünfte für Asylbewerber in der Stadt anzumieten, setzte die Stadt auf kleine Unterkünfte in allen Stadtteilen. Es entstanden viele wertvolle Netzwerke zwischen bürgerschaftlichem Engagement, Wohlfahrtsverbänden, Akteuren in den Stadtteilen, Kommunalpolitik und Verwaltung. Erste wichtige Erfolge in der Integration lassen vermuten, dass dieser Weg richtig war.



4.1. Augsburg UnterbringungAsyl war in der Großstadt Augsburg auch schon vor dem Beginn der dezentralen Unterbringung ein Thema. Bis dahin bestanden in der Bezirkshauptstadt Schwabens acht von der Regierung von Schwaben betriebene große (und teils betagte) Gemeinschaftsunterkünfte mit bis zu 250 Bewohnern.

Diese Art der Unterbringung wurde in der Stadtgesellschaft zunehmend kritisch gesehen. Die Stadtverwaltung mietete auch deshalb ganz bewusst kleinere Häuser für maximal 90 Personen an und verteilte diese neuen Unterkünfte möglichst gleichmäßig auf das Stadtgebiet. Viele Stadtteile wurden erstmalig mit Asylunterkünften konfrontiert. Nachdem die wöchentlichen Zuweisungen an Asylbewerbern stetig stiegen, ging dieser Prozess schnell. Bereits ein Jahr nach Beginn der dezentralen Unterbringung, im Frühjahr 2016, waren in 36 dezentralen Unterkünften 1200 zusätzliche Personen untergebracht. Kein noch so "gutes" Stadtviertel war ausgenommen. Mehrere Faktoren sind besonders hervorzuheben:

  • Durch eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit (Informationsveranstaltungen in den Stadtteilen, gute Erreichbarkeit der Verwaltung) könnten Bedenken der Bevölkerung aufgegriffen und Ängste zerstreut werden.
     
  • Als hilfreich erweist sich ein Netz von Kümmerern (Hausverwaltern), die von Diakonie, Caritas, AWO und SKM im Auftrag der Stadt eingestellt wurden, um flächendeckend als Bindeglied von Bürgern, Bewohnern und Verwaltung zu fungieren.
     
  • Ein verlässlicher Partner ist die Regierung von Schwaben, die sich bei der Errichtung von Erstaufnahme-Standorten eng mit der Stadt abstimmte, um eine ausgewogene Verteilung zu erreichen.
     
  • Vor allem aber: 36 Unterkünfte bedeuten eine Menge gute Nachbarn. Viele neue Helferkreise entstanden in den Stadtteilen. Zunächst stand bei ihnen die Erstorientierung der neuen Bewohner im Mittelpunkt, dann deren Integration. Und als nach der Anerkennung der ersten Flüchtlinge die ersten Flüchtlinge auszugsberechtigt waren, zeigte sich, dass diesen Helfern überraschend oft die Vermittlung in Wohnraum gelang.

Auch wenn Asylunterbringung in Augsburg, gemessen an den schwierigen Rahmenbedingungen, durchaus als Erfolg zu werten ist, gab es auch Rückschläge. Die Verwaltung erreichten auch kritische Fragen aus den Reihen der Helfer, diese fühlten sich von "dem Staat" und "der Stadt" mitunter im Einzelfall alleingelassen. Das zu verbessern, daran arbeiten wir. Die entstandene Zusammenarbeit zeigt aber, wie Verwaltung und Bevölkerung auf eine Ausnahmesituation reagieren können.

Autor: Dr. Stefan Kiefer, Bürgermeister und Sozialreferen
Foto: Annette Zoepf

Schwerpunkte

  • Verkehr, nachhaltige Mobilität und Luftreinhaltung Mehr
  • Wohnungsmangel und Wohnungsbau Mehr
  • Kommunale Finanzlage und Grundsteuer Mehr
  • Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern Mehr

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